Manchmal wünschte ich mir ein bisschen mehr Geschwindigkeit bei der Umsetzung dessen, was geplant ist. So viele Jahre sind jetzt schon vergangen, seitdem der Gedanke aufkam in Mali ein ähnliches Projekt zu beginnen wie im Senegal – wo junge Leute ausgebildet werden, um eine effektive Landwirtschaft zu betreiben, die gleichzeitig ökologisch und – wie es so heißt – biologisch ist. Wo sie gleichzeitig angeleitet werden, wie man als junger Mensch in Mali als Christ leben kann und dazu noch lernen, wie man ein kleines Unternehmen aufbauen und es wirtschaftlich gut entwickeln kann. Aber noch ist kein einziger Auszubildender auf dem großen Grundstück 2 Stunden entfernt von Bamako. Wann geht es denn endlich los, scharre ich innerlich mit den Füßen.
Am Samstag fuhr ich mit E.T., dem Koordinator und E.S. dem Leiter des Vereins ins Dorf Bougoula, wo das Projekt angesiedelt ist. Unterwegs unterhalten wir uns lange, wann fängt es an, was wird noch gebraucht, wer ist für was verantwortlich, wie sind die Entscheidungswege, welches Personal ist erforderlich…? Immer wieder stellen wir (ohne es zu thematisieren) fest, dass vieles an unserer Herangehensweise unterschiedlich ist. Wir sind die Planer, sie sind die Meister der Improvisation, wir wollen Ergebnisse sehen, sie gehen lieber Stück für Stück voran. Keiner der Ansätze ist richtiger als der andere und immer wieder hoffe ich, dass wir uns ergänzen und in unserer Unterschiedlichkeit schätzen.
Bei Beerscheba angekommen hat sich dann doch einiges getan: Die Gebäude für Schlafräume, Küche und Seminarraum sind schon weit fortgeschritten. Man hat sich auf eine sehr interessante Bauweise aus lokalen Bruchsteinen statt Zementziegeln entschieden, was länger haltbar und auch klimatisch deutlich angenehmer ist. Leider hat ein Buschfeuer ziemlichen Schaden auf dem Gelände angerichtet aber – Gott sei es gedankt – kaum etwas an Technik und Gebäuden beschädigt.
Und, so der Plan: ein erster Ausbildungsgang soll im November starten. Das lässt hoffen! Und auch da ist unsere Herangehensweise unterschiedlich: während der malische Koordinator erst die Finanzen stehen haben möchte und noch auf externe Geldgeber wartet, würde ich sagen, man solle doch lieber mal klein anfangen – auch ohne viel Geld. Ob wir uns in der Mitte einigen? Ob genug Finanzpartner gefunden werden, damit alles wie gewünscht starten kann? Ob der Start nochmal verschoben wird? Ich bin gespannt und versuche auch innerlich die malischen Freunde ihr Tempo gehen zu lassen.