Ein Pastor für Tousséguéla

Ein Jahr ist es her, da haben wir Euch geschrieben von diesem Dorf im der Region Sikasso – recht weit weg vom bisherigen Arbeitsfeld unserer Partnerkirche, der UEPEM. Wir hatten erzählt, wie sie dort neu angefangen haben, den Menschen von Jesus zu erzählen, sich immer mehr Menschen dafür geöffnet haben, dass Jesus der einzige Weg zu Gott ist. Und wir hatten Euch gebeten mit dafür zu beten, dass in dieses Dorf jemand geht, der die Menschen auf ihrem neu begonnenen Weg mit Jesus begleitet.

Zwischendurch hat es immer wieder Besuche gegeben von Christen und auch ein Pastor in Rente ist mit seiner Frau für ein paar Wochen nach Tousséguéla gezogen, aber eine dauerhafte Lösung wurde noch nicht gefunden. Mittlerweile gehören zu der kleinen, neuen Gemeinde wohl 52 Personen und so hat das nationale Kirchenleitungsteam trotz großem Pastorenmangel überall beschlossen, einen ihrer Pastoren dorthin zu versetzen. Aber wie macht man das? Wie wählt man aus? Wie trifft man die Entscheidung? Enoc, Leiter des Kirchenbundes, hat sich Gedanken gemacht, wer für eine solche Aufgabe in Frage kommt und hat bei der letzten Sitzung drei Vorschläge gemacht – aus jedem der drei Kirchenbezirke eine Person. Er habe mit niemandem darüber gesprochen, auch keinen nach seiner Bereitschaft gefragt und so wünscht er sich, dass eine einigermaßen unbefangene Diskussion entstehen kann. Und so wird hin und her überlegt, ein anderer Name wird ins Spiel gebracht, dann aber schnell wieder verworfen. Nach nicht langer Zeit wird bestätigt, dass man sich alle drei vorstellen kann. Aber wie geht es jetzt weiter? Abstimmen – der Vorschlag ist natürlich naheliegend und kommt auch sofort. Aber so richtig glücklich ist niemand damit. Schließlich sitzen wir mit den Leitern der drei Bezirke und alle suchen Pastorennachwuchs. Bei allem Wissen um die Notwendigkeit eines Mitarbeiters in Tousséguéla – wer will schon einen von seinen Leuten abgeben? Da bringt jemand ein, dass man auch losen könnte. Tatsächlich, so sagt uns der Leiter später, hat man das noch nie bei so einer Frage gemacht und auch wir runzeln erst innerlich die Stirn. Darf man bei so einer wichtigen Frage das Los entscheiden lassen? Aber haben es die Jünger bei der Nachwahl nach dem Suizid von Judas nicht auch so gemacht? Nachdem wir ein bisschen hin und her diskutiert haben, machen wir es so: die 3 Namen werden auf je einen Zettel geschrieben und nach einem Gebet um die Leitung des Heiligen Geistes wird Gerlind gebeten, einen der Zettel zu ziehen und den Namen vorzulesen: „Esaïe aus dem Bezirk Ouan“

Die Leiter der beiden anderen Bezirke atmen auf, Ezechiel aus Ouan beginnt zu protestieren und ist sich plötzlich der Leitung des Heiligen Geistes nicht mehr ganz so sicher. Aber letztlich wird deutlich, dass es ihm wohl mehr darum geht, bei der Verteilung der Pastorenschüler, die in den kommenden Jahren ihre Ausbildung beenden werden, ausreichend berücksichtigt zu werden. Also: Esaïe aus Ouan geht nach Tousséguéla. Danke für jeden, der dafür mit gebetet hat und es vielleicht auch weiter tut.

Eine schöne Nachricht brachte uns Enoc ein paar Tage später: als die Verantwortlichen mit Esaïe sprachen und ihn um seine Gedanken baten, war er gerne bereit aufzubrechen. Tatsächlich hätten er und seine Frau vor einiger Zeit angefangen Gott zu bitten, sie in eine neue Arbeit einer Gemeindeneugründung zu schicken und so empfanden sie die Anfrage als eine Antwort Gottes auf ihre Gebete.

 

 

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