Ganz durchschaut haben wir das „warum“ nicht, aber in zahlreichen Gemeinden hier wird der Frauentag eine Woche nach dem internationalen gefeiert und das heißt konkret: alles ist wie immer, nur, dass die Frauen durch den Gottesdienst führen und die meisten von ihnen Kleider aus einem speziell für den Frauentag gefertigten Stoff tragen. Außerdem bleiben die Frauen danach noch zusammen, essen gemeinsam, hören noch einmal auf einen Vortrag, singen und tanzen.
Um zur Gemeinde zu gelangen, verlassen wir uns heute auf Google maps, weil wir entdeckt haben, dass es tatsächlich einen Eintrag dort gibt: UEPEM (so heißt der einheimische Kirchenbund) Fombabougou (so heißt das Stadtviertel). Zu dumm nur, dass Google nicht mitbekommen hat, dass hier und da einfach ein Haus gebaut wurde, wo laut digitaler Karte doch der Weg hergehen sollte. So schlängeln wir uns durch die Häuser und kommen mit einigen Umwegen tatsächlich an. „Sie haben ihr Ziel erreicht“, findet Google – aber unsere Kirche ist nicht zu sehen. Was jetzt?
Wir rufen Pastor Jean an und erklären ihm, wo wir sind und dass zwischen Kirche und Google offensichtlich eine gewisse Uneinigkeit besteht. Und er kann uns auch schnell erklären, woran das liegt: Uneinigkeit bestand nämlich vor einiger Zeit auch zwischen den Gemeindemitgliedern, was dazu führte, dass sich einige abgeseilt und eine neue Gemeinde aufgemacht haben – Namen und Google-Eintrag haben sie einfach mal mitgenommen… Also holt uns Jean mit seinem Auto ab und leitet uns zur richtigen Gemeinde, sodass wir noch pünktlich ankommen.

Gelb-blau leuchten uns die Gewänder der Frauen schon im Hof entgegen und dann geht auch schon der Gottesdienst los. Während draußen einige Frauen schon das Essen für nach dem Gottesdienst vorbereiten, wird drinnen fröhlich gesungen.

Der – ich schätze mal – 11-jährige Schlagzeuger hat, während er ganz gechillt auf seinem Hocker sitzt, einen Drive, dass ich nur mit den Ohren schlackere – im doppelten Sinne, denn er ist auch extrem laut.
Nach viel Singen, Informationen und Beten dann die Predigt: Im Vorfeld hatte ich zwar schon versucht zu klären, dass ich den Frauen gerne das Predigtfeld an diesem Sonntag überlassen würde, aber das ging natürlich nicht, ich solle aber bitte ein passendes Thema zum Frauentag wählen. Somit war zumindest das Problem mit der Straußengeschichte geklärt – ich musste mir keine Alternative überlegen. Stattdessen predige ich über Abigail: 2 aufgeblasenen Männer und eine vernunftbegabte Frau – eine wunderbare Geschichte für den Frauentag. Ich weiß allerdings nicht, ob die Männer das auch fanden, denn wir kamen deutlich schlechter weg.


