Nur Fliegen ist schöner!

Um 6 geht’s los nach Ségou. 3 Stunden Fahrt und Gottesdienstbeginn pünktlich um 9, das heißt: aufstehen um 5. Und weil der Muezzin der Nachbarmoschee schon immer um 4 bis 4:30 mit seiner wirklich schlagkräftigen Lautsprecheranlage ruft (Wer steht um diese Zeit auf?? Das ist lange vor Dämmerung…), ist ein Wecker eigentlich überflüssig. Auf der Nigerbrücke beten wir für eine bewahrte Autofahrt und es dauert keine 2 Minuten, bis wir merken, wie nötig wir das haben: Das Sammeltaxi vor uns qualmt so doll, dass ich ansetze es zu überholen, dies dann aber doch lasse, weil die Fahrspuren sich verengen. Und als wir so hinter ihm herfahren, löst sich plötzlich das linke hintere Rad, überholt das Taxi und rast mit überraschender Geschwindigkeit über die Straße. Dem Fahrer gelingt es noch auf der funkensprühenden Achse das Fahrzeug unter Kontrolle zu bringen und das Rad bleibt irgendwo stecken, ohne jemanden zu verletzen. … haben wir so auch noch nicht erlebt…

2 Stunden später nach kurzer Pipipause wollen wir das Auto starten, aber die Batterie macht schlapp und der Anlasser dreht nur ein paarmal mürrisch und ohne Effekt: also Gerlind ans Steuer und 4 Männer schieben das Auto bis die Kupplung schnappt und der Motor anspringt – Halleluja! Und so kommen wir dann mit 10 Minuten Verspätung noch einigermaßen pünktlich zum Gottesdienst. Spontan werde ich gebeten, die Predigt zu halten – aber da wir ja die Gebräuche hier kennen, habe ich mich natürlich vorbereitet….

Als später die Nachmittagshitze langsam abebbt, machen wir noch einen Bootsausflug auf dem Niger und genießen die Ruhe und den sanften Wind über dem Wasser. Ein wunderschöner Ausklang eines Tages, der dann doch etwas spannender war, als wir das erwartet hatten.

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