Freude und Frust

zusammen mit dem Schulkomitee

Heute trafen wir zusammen mit dem neuen Team, das verantwortlich ist für die Schulen in Mali. Alle Mitglieder sind Lehrer an verantwortlicher Stelle und wissen um die Notwendigkeit einer guten Schulausbildung aber genauso auch um die Probleme der Schulen in Mali. Zusammen mit unserem Projektkoordinator, Etienne, haben wir heute Morgen alles durchgesprochen, was die Schulen in Mali betrifft – sowohl Erfreuliches als auch Problematisches. Mit den 79 Schülern in Bamako Niamana läuft das 3. Schuljahr sehr gut an. Das Schulgeld wurde erhöht, damit die Lehrer davon bezahlt werden können und kaum ein Schüler hat daraufhin eine andere Schule gesucht, die billiger ist – das zeugt von der Qualität, die die Eltern wahrnehmen. Und damit ist die Schule auch finanziell auf einem guten Weg – denn letztendlich sollen ja alle Kosten vom Schulgeld gedeckt werden können, damit der Weiterbestand unabhängig von irgendwelchen Spenden gewährleistet ist.

Weniger mutmachend ist die Entwicklung der zweiten Schule in San. Trotz aller Bemühungen hat sich dort nur ein Kind angemeldet. In diesem Jahr wurde Werbung gemacht über das Radio, einflussreiche Leute in der Umgebung angesprochen und über die Schule unterrichtet. Jeden Tag saß „unser“ Pastor in der Schule und wartete auf Anmeldungen, oder ging in die umliegenden Dörfer, um zu informieren und einzuladen. Und trotz allem nur ein Schüler… Alle sind ein Stück frustriert. Warum kein größerer Zulauf? Es ist nicht einfach, die Gründe zu verstehen, denn vieles passiert ja unter der Oberfläche. Leute tauschen sich untereinander aus und da ja noch niemand dort auf Er

Rohbau

fahrungen zurückgreifen kann, macht sich halt jeder sein Bild. Außerdem ist das Viertel recht weit außerhalb und die angefangenen Häuser sind noch nicht fertiggestellt worden, sondern immer noch im Rohbau. Da hatten wir mit einer schnelleren Entwicklung gerechnet.

Schweren Herzens haben wir uns nun entschlossen, die Schule für dieses Jahr wieder zu schließen und nächstes Schuljahr mit veränderten Strategien einen Neustart zu versuchen. Wenn einmal Schüler da sind und die Eltern sehen können, dass die Qualität des Unterrichts gut ist, dann geht alles viel einfacher, aber der Anfang braucht viel Fingerspitzengefühl und Geduld.

 

P.S.: Eigentlich wollte ich ja heute mit dem Fahrradclub, dessen Bekanntschaft wir kürzlich gemacht haben, eine Tour machen. Aber als ich mich heute erkundigte, sagte ihr Chef, dass aufgrund eines Todesfalles heute keine Radtour stattfinden würde – schade!

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