Kuschelgottesdienst

Trotz Ausnahmezustand auch in Mali gehen im Moment die Gottesdienste noch weiter – da hat sich der Staat dann wohl noch nicht getraut, dem Einhalt zu gebieten. Und so war ich heute in Dara, eine ganz kleinen Buschgemeinde – mal kämen 4 oder vielleicht 6 Leute, mal seien es auch 10 wurde mir angekündigt. Zu meinem positiven Erstaunen begrüßten sich fast alle dort ohne die Hände zu schütteln und die, die es vergessen hatten, wurden lachend darauf hingewiesen… Das hätte ich auf dem Land nicht erwartet.

Nun, letztlich kamen zum Gottesdienst 21 Erwachsene und fast so viele Kinder – eine Freude, dass so viele da waren. Nur war der Gottesdienstraum ca. 10 m² groß – da war es dann vorbei mit dem verordneten Sicherheitsabstand und wir hockten dicht gedrängt beieinander – nicht gerade die beste Sicherheitsvorkehrung aber eine sehr schöne Atmosphäre!

Zum Übersetzen war B. mitgefahren, ein Lehrer der I-ni-sini-Schule. Er übersetzte mit so einem Tempo und Temperament, dass seine Übersetzung manchmal fast schon abgeschlossen war, bevor ich meinen Satz beendet hatte… Ich glaube, ich habe noch nie so einen flüssigen Übersetzer erlebt. Darauf angesprochen zeigte er sich erfreut: „Weißt Du, ich habe mir heute Morgen extra Zeit genommen, um dafür zu beten, dass ich gut übersetze“. Das Gebet hat Gott nun ganz offensichtlich erhört! B. ist wirklich ein Mann, der betet, das war mir bei meinen Schulbesuchen schon aufgefallen. Heute erzählt er ein bisschen aus seinem Leben. Es ist noch gar nicht lange Christ und ein Hüftleiden brachte ihn dazu sich über den Glauben Gedanken zu machen. Ein Onkel war Christ, von dem hatte er schon ein bisschen gehört, aber dann habe Jesus ganz direkt zu ihm gesprochen und seitdem sei er mit Haut und Haaren Christ. „Das erzähle ich sonst nicht so. Weißt Du, das ist hier nicht so ganz einfach – die Leute denken dann schnell, man hielte sich für etwas Besonderes.“ Und doch kommt es ganz selbstverständlich von ihm rüber. Und er erlebt Gott so lebendig, dass es eine Freude ist, etwas von seinem Glauben sehenzu können.

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