…wenn das Wasser sprudelt

Vielleicht mal was Schönes…

Heute waren Etienne und ich in Niamana, wo die erste I-ni-sini-Schule steht und auch wenn heute wegen der Epidemie keine Kinder zum Unterricht kamen (leider wollte Etienne die Nationalhymne nicht alleine singen), war heute ein besonderer Tag: Wasser für die Schule!! Trinkwasser hier in Niamana zu bekommen ist ein echtes Problem, denn der Grundwasserspiegel ist sehr niedrig. Um die Bäume der Schule zu gießen, muss das Wasser von weiter weg von einem Tiefbrunnen geholt werden und die Kids müssen ihr eigenes Wasser mitbringen – was nicht immer gelingt und gerade jetzt im heißen März auch eine ganze Menge sein muss. Darum hatten wir uns entschlossen mit Geldern vom Verein „Radfahren für Mali“ eine Tiefbohrung durchzuführen. Das ist immer eine spannende Angelegenheit, denn das Unternehmen hat zwar technische Mittel und viel Erfahrung, um zu sagen, an welcher Stelle Wasser zu finden ist, aber wie tief man dafür bohren muss, können sie nicht vorhersagen. Und das Risiko liegt auf Seiten des Auftraggebers. Sprich: je tiefer die Bohrung desto teurer und wenn gar kein Wasser gefunden wird, muss man trotzdem zahlen. Darum hieß es hoffen und beten! Nach über 100 Metern stießen sie zum ersten Mal auf Wasser, aber die Menge, die da zu erwarten war, würde nicht ausreichen. Also wurde weiter gebohrt und dann, bei 180 Metern, endlich, stießen sie auf ausreichend Wasser! Mittlerweise war es dunkel geworden, aber alle standen noch erwartungsvoll da und freuten sich, als das wichtige Nass endlich aus der Bohrung kam.

Das war vor dem Wochenende und heute dann wurde kräftig leer gepumpt, damit man feststellen konnte, wieviel Wasser denn gefördert werden kann. Und da ich eh ja ein reduziertes Programm habe, ließ ich es mir nicht nehmen dabei zu sein! Und auch viele Leute aus dem Viertel kamen, um von dem herausgepumpten kostenlosen Wasser zu profitieren. Die Bäume auf dem Schulhof bekamen satt zu trinken und Kinder durften tatsächlich damit rummatschen, ohne dass jemand schimpfte.

Nicht nur die Schule wird profitieren von dieser Tiefbohrung, auch die Kirchgemeinde nebenan freut sich schon riesig und ebenso die Nachbarn werden nun eine deutlich leichtere Wasserversorgung haben.

Und wenn Ihr Euch heute Abend oder Morgen früh die Zähne putzt und einfach so gedankenlos den Wasserhahn aufdreht, dann macht ihn mal kurz wieder zu, nehmt die Zahnbürste aus dem Mund und dankt Gott für den Luxus von fließendem Wasser!

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