Drogenkids

Heute besuchen wir ein Straßen-„kinder“-Projekt. Schon öfter hatten wir Kontakt zu REMAR-Mali, aber am heutigen Tag erleben wir einen anderen Schwerpunkt ihrer Arbeit. 40 km außerhalb von Bamako arbeiten wir uns mühsam über staubige und löchrige Pisten, bis wir nach 2 Stunden endlich angekommen sind. Das Aufnahmegrundstück des Projektes befindet sich am Rand von 2 Dörfern mitten in der Pampa und nach den Erklärungen verstehen wir auch warum: die „Kinder“ die tatsächlich 18 Jahre und aufwärts sind, sind meist drogenabhängige junge Männer von der Straße aus Bamako. Jeden Freitag gehen Karim und sein Team an die entsprechenden Orte der Hauptstadt und sprechen mit den Heranwachsenden. Da sie selbst von der Straße kommen, wissen sie, worauf es ankommt, und sie erzählen den Jungs, wie sie selbst frei geworden sind vom Alkohol, von Drogen, von Kleinkriminalität und wie Jesus ihr Leben verändert hat. Mancher, der sein Leben auf der Straße leid ist und sich nach etwas anderem sehnt, lässt sich ansprechen und ist bereit, sich auf eine herausfordernde Änderung einzustellen: statt freies Leben auf der Straße – strenge Disziplin, statt herumdösen im Drogenrausch – arbeiten auf einer kleinen Farm, statt im Straßenkampf den Kopf über Wasser zu halten – die Liebe Jesu erfahren. Das ist der Grund, warum wir uns durch so unwegsames Gelände schlagen mussten: für einen solchen Schritt braucht man Distanz zu seinem alten Leben und das nicht nur innerlich. An Drogen kann man in Mali mittlerweile alles bekommen: von irgendwelchen high-machenden Pflanzen über Marihuana und synthetischen Drogen bis zum Heroin – das ganze Spektrum ist erhältlich. Auf der Farm machen die Männer einen kalten Entzug und dann heißt es, ein anderes Leben beginnen: Halb 7 aufstehen, morgendliche Andacht, Geschirr spülen, Hühner und Schweine versorgen, Gartenbau, verschiedene praktische Arbeiten durchführen. Mancher bricht ab und geht wieder auf die Straße. Mancher kommt zurück und versucht es erneut. Da es ein großes Netzwerk in anderen Ländern von REMAR gibt, werden die, denen der Abstand von alten Freunden noch nicht ausreichend groß ist, auch mal in ein Nachbarland geschickt, damit sie dort neu anfangen können. 60-70% der jungen Männer würden es packen, sagt uns Karim. Das ist für ein Projekt für Leute von der Straße eine erstaunlich hohe Zahl. Vielleicht hat es damit zu tun, dass alle Mitarbeiter selbst eine ähnliche Geschichte haben, und es imponiert uns, wie es gelingt, eine verkorkste Kindheit und Jugendzeit zu etwas werden zu lassen, was Jesus gebraucht, um wieder anderen zu helfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.