Gottesdienst in Sévaré, der Gemeinde, zu der wir viele Jahre gehört haben. 12 Jahre ist es her, dass Karsten hier zuletzt gepredigt hat.
Es ist ermutigend, wie viel sich hier verändert hat. Die Kirche ist gut gefüllt – das ist kein kleiner Haufe mehr, sondern mehrere 100 Leute feiern gemeinsam Gottesdienst. Mittlerweile ist er gut heiß geworden und wir sind froh, dass die meiste Zeit über die Ventilatoren funktionieren. Für einen Außenstehenden ist es immer ein Wagnis Vergleiche aus dem Alltag der Malier zu nehmen um biblische Gedanken zu verdeutlichen. Um so mehr freuen wir uns, wenn durch verstehendes Kopfnicken oder fröhliches Gelächter der Eindruck entsteht, dass wir nicht völlig daneben gelegen haben.
Und heute gehörte ein Großteil des Tages der malischen Hilfsorganisation (ACDM). Im November war das Treffen mit den Verantwortlichen nicht gerade ermutigend und wir unsicher, ob Karstens deutlich kritischen Worte damals hilfreich waren. Heute
war ein völlig anderes Klima auf beiden Seiten und wir sprachen darüber, wie weit sie mittlerweile gekommen sind mit ihrer eigenen Organisation und auch, was wir für gegenseitige Erwartungen haben – und so kam es zu einem offenen Dialog. Endlich, so scheint uns, haben die Malier auch innerlich die Verantwortung übernommen für diese Arbeit. Das ist für uns eine große Gebetserhörung! Außerdem fahren wir zu ein paar Projekten, damit wir viel Foto- und Filmmaterial mit nach Hause nehmen können: auch die „Werbung“ für unsere malischen Kollegen in Deutschland gehört mit zu unseren Aufgaben und so fahren wir hemmungslos filmend und fotografierend von Projekt zu Projekt und freuen uns auch dabei daran, wie sich Dinge positiv verändern. In voller Mittagshitze kommen wir in einem Gartenprojekt an und sehen viele Frauen, wie sie ihr Gemüse gießen. Wer bei 40° (im Schatten!!) in der prallen Sonne seine Garten bearbeitet, der muss schon ernsthaft bei der Sache sein!


engagiert. Als wir das Gelände betreten sind wir nach den Erfahrungen, die wir beim letzten Besuch in einem der Gefängnisse in Bamako gemacht habe, völlig perplex: Vor uns liegt ein heller, weiträumiger, gepflegter Hof mit Bäumen, überdachten Plätzen zum Stitzen, einen Gemüsegarten, einem Gehege für Schafe, freilaufende Hühner, einem überdachten „Versammlungsplatz“, den die Kirche hat bauen lassen und an dem Gottesdienste + gemeinsame Mahlzeiten durchgeführt werden, daneben eine Moschee – auch die Muslime engagieren sich hier.
unter den Bozo, Übersetzungsarbeit, Radiosendungen und biblische Geschichten in ihrer Sprache. Ganz vereinzelt findet man Christen unter dieser Bevölkerungsgruppe, aber ansonsten sind fast alle noch in ihrem islamisch-animistischen Glauben gefangen.
nn auch lang…Für Karsten geht es danach gleich weiter mit einem Einführungskurs: Wie erstelle und unterhalte ich eine Internetseite? Das ist ein wichtiger nächster Schritt für unsere Projektarbeit, die sich gerade strukturell von einer bisher deutschen zu einer malischen ONG (nicht staatliche Entwicklungsorganisation) verändert, um zusätzliche Finanzpartner zu erreichen.
zur Kenntnis genommen, erläutern und dann diskutiert. Die Organisation der Veranstaltung lässt an manchen Stellen die Haare raufen aber tief beeindruckt uns, dass da bei einer wichtigen politischen Entscheidung über 100 Kirchenverantwortliche bei fast 40°C über 4 Stunden zusammen kommen um sich informieren zu lassen und um miteinander die Konsequenzen der politischen Entscheidungen zu diskutieren. Die malische evangelische Allianz sieht in der Mitgestaltung der Politik ihres Landes eine klare Aufgabe.
erst gar nicht. „Sag mal, Abdias“, fragen wir ihn, „du hast doch bisher auch nicht nur rumgesessen, wie schaffst du denn die neue Aufgabe nun auch noch?“ Das sei durchaus eine berechtigte Frage, meint er. Im Zentrum seiner Arbeit sei immer die Ortsgemeinde gewesen, das andere käme danach. Und er würde andere Leute anleiten, damit er nicht alles alleine machen müsse. Auch wenn wir ihn im Gebet unterstützen würden, darüber wäre er sehr froh. Und dann sprechen wir über Leiterschaft, den Umgang mit Kritik und wie in Mali wie in Deutschland oft hintenherum geredet wird, statt den Mut zu haben, direkt auf den Anderen zuzugehen. Abdias: eine reife Persönlichkeit, ein interessanter Gesprächspartner, ein Mann mit Perspektive und gleichzeitig einem Herz für die Basisarbeit. Schön, mit solchen Partnern zusammen zu arbeiten!
Gottesdienst. Daneben baden etwa ebensoviele Enten in einem kleinen Becken, denn der Hausherr hat auch eine Entenzucht im Hof. Alles läuft auf Bambara, so dass ich nur wenig verstehe aber um so mehr beobachten kann. Alfred hält eine lebendige Predigt und bis auf die Kinder, denen dann doch schnell langweilig wird, sind die Leute aufmerksam dabei. Auf dem Rückweg fahren wir dann noch beim Gebäude der FATMES vorbei, der theologischen Ausbildungsstätte, an der Alfred unterrichtet und „begutachten“ die Fortschritte der Bauarbeiten. Langsam aber sicher entsteht hier ein richtiges Zentrum. Auf der Fahrt kommen wir vorbei an einem ca. 15 Meter hohen Müllberg, auf dem Leute nach brauchbaren Resten suchen – das Müllproblem wird immer größer gerade in der Hauptstadt. Es wird einfach ungeheuer viel Müll produziert und
„Müllverbrennungsanlagen“ gibt es höchstens am Stadtrand , wo die aufgehäuften Berge einfach angezündet werden. Nachmittags sitzen wir dann noch mit Meiers zusammen und reden über ihre Arbeit und ihr Ergehen in Mali. Und wir sind sehr froh, dass sich vieles stabilisiert hat. Christiane geht es gesundheitlich deutlich besser und auch arbeitsmäßig hat sich Manches stabilisiert. Ihre Arbeit ist sehr vielfältig und spanndend: Unterricht geben, Bücher katalogisieren, Spielenachmittage mit Kindern im Dorf, Gefängnisarbeit, Gästehausbetrieb, Gemeindearbeit… aber dazu lest Ihr besser in ihrem eigenen Blog…
h Bamako (Ankunft 22:00 MEZ). Was erwartet uns in Mali? Wir werden nur wenige Tage in der Hauptstadt bleiben, dann zunächst in die Stadt San zum Präses des Gemeindepartnerbundes fahren, um danach im Norden in Sévaré Station zu machen. Besonders wichtig in den kommenden zwei Wochen wird die Hauptversammlung der UEPEM, des Gemeindebundes sein, denn da werden wir alle wichtigen malischen Mitarbeiter treffen, hören und diskutieren, was für die Arbeit wesentlich ist. … aber dazu später mehr. Jetzt freuen wir uns, dass Ihr uns begleitet und mit uns und für uns betet.
Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Ebola vom letzten Jahr: Nicht wenige unserer Patienten glaubten, wir seien zu einem Ebolaeinsatz weg gewesen und dementsprechend waren die Reaktionen. Die meisten brachten uns allerdings viel Positives rüber und nahmen die Unannehmlichkeiten durch die Praxisvertretung verständnisvoll in Kauf.